So schützen Sie sich vor Skimming

Kriminelle haben es beim Skimming auf den Magnetstreifen der Karten abgesehen, da dort alle wichtigen Bankinformationen gespeichert sind.

Wenn Geldautomaten manipuliert werden, um die Daten von Kredit- oder Bankkarten auszuspähen, spricht man von Skimming. Dank verbesserter Sicherheitstechnik und steigender Aufklärung sind die Betrugsfälle in letzter Zeit stark zurückgegangen.

Kriminelle haben es beim Skimming auf den Magnetstreifen der Karten abgesehen, da dort alle wichtigen Bankinformationen gespeichert sind. Sie erstellen eine Kartendoublette. Zusammen mit der ausgespähten PIN heben Betrüger dann Geld ab oder bezahlen damit im Geschäft – zulasten des Karteninhabers. Die gute Nachricht: In Deutschland hat der Magnetstreifen heute keine Bedeutung mehr, da über den Chip auf der Karte gezahlt oder Geld abgehoben wird. Im außereuropäischen Ausland nutzen Banken den Magnetstreifen jedoch weiterhin.

Wie kommen Betrüger an Magnetstreifen und PIN?
Um an die wichtigen Bankdaten zu gelangen, manipulieren Kriminelle Geldautomaten oder Kartenlesegeräte in Geschäften. An Automaten bringen sie dafür ein zusätzliches Lesegerät vor dem Karteneinschub an. Das speichert die Informationen auf dem Magnetstreifen einer Karte. Um die PIN abzufangen, gibt es verschiedene Varianten: Betrüger kleben eine kleine Kameraleiste über die Tastatur und filmen die PIN-Eingabe. Illegale Kameras sind aber auch in Prospekthaltern oder als gefälschte Rauchmelder an der Decke zu finden. Die Tastatur selbst kann ebenfalls gefälscht sein. Hier kommt ein zweites Tastenfeld zum Einsatz, das über dem eigentlichen angebracht wird – ein sogenannter Skimmer. Dieser zeichnet die Tastendrücke auf.

Frau am Geldautomat

Chip statt Magnetstreifen
Die wichtigste Entwicklung im Kampf gegen Skimming ist der EMV-Chip. Dieser ist seit 2012 EU-weit in allen Geldautomaten sowie Girocards (Debitkarten) oder Kreditkarten zu finden. Transaktionen laufen also nicht mehr über den Magnetstreifen, sondern über den Chip. Gefälschte Karten mit geklauten Magnetstreifen können in der EU deshalb nicht mehr zum Abheben oder Bezahlen verwendet werden. Weiterer Vorteil des Chips: Er ist extrem fälschungssicher. Die sensiblen Bankinformationen sind verschlüsselt abgespeichert. Außerdem kann der EMV-Chip nicht vervielfältigt oder verändert werden.

Aber: Außerhalb der EU sind Geldautomaten und Terminals bisher nicht flächendeckend mit EMV ausgestattet. Deshalb haben alle Girocards (Debitkarten) und Kreditkarten auch heute noch einen Magnetstreifen. Ohne ihn wäre das Abheben oder Bezahlen im außereuropäischen Ausland oft nicht möglich. Kriminelle versuchen, an die Daten aus dem Magnetstreifen zu kommen.

5 Tipps zu Ihrer Sicherheit

  • Bewahren Sie nie Ihre Karte und PIN gemeinsam auf.
  • Überprüfen Sie immer den Geldautomaten: Gibt es ungewöhnliche Verblendungen oder Leisten? Versuchen Sie, leicht daran zu ziehen, oft sind diese nicht fest angebracht.
  • Nutzen Sie Geldautomaten nicht, wenn Ihnen etwas komisch vorkommt.
  • Meiden Sie Automaten in Außenbereichen. Diese sind häufiger manipuliert, da sie nicht beaufsichtigt werden.
  • Schützen Sie die PIN-Eingabe immer mit Ihrer freien Hand.

Sie sind Opfer von Skimming geworden? Setzen Sie sich sofort mit uns in Verbindung. Wir nehmen den Fall auf und sperren das Konto. Wenn es schnell gehen soll, können Sie Ihr Konto auch selbst sperren lassen – unter der Telefonnummer 116 116. Waren Sie nicht grob fahrlässig, ersetzt Ihr Finanzinstitut den gestohlenen Betrag. Melden Sie den Fall auch der Polizei und erstatten Sie Anzeige gegen unbekannt.


Veröffentlicht am 10. Juli 2017