Katers Börsenblick vom 11. Mai 2018

Politik lässt Märkte kalt.

Politik lässt Märkte kalt.

Frankfurt, 11.05.2018

Thema der Woche war der Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran. Nach einer Frist von sechs Monaten sollen alle früheren Sanktionen wieder eingesetzt werden. Dies beinhaltet Maßnahmen zur Reduktion der Ölexporte genauso wie den Entzug der Lizenzen für Boeing und Airbus, Flugzeuge in den Iran zu liefern. Die Finanzmärkte nahmen scheinbar jedoch kaum Notiz von dieser Entwicklung, ebenso wie von den neu aufgekommenen militärischen Spannungen im Nahen Osten. Im Gegenteil: Der DAX konnte die Marke von 13.000 Punkten zurückerobern. Die politischen Entwicklungen sind denn auch noch sehr undurchsichtig. Iran und die anderen Unterzeichner des Abkommens wollen trotz der US-Entscheidung an der Abmachung festhalten. Ob dies angesichts der US-Sanktionen in der Praxis möglich ist, erscheint aber fraglich. Gleichzeitig hat die US-Regierung einmal mehr Gesprächsbereitschaft angedeutet: Auch bei dieser scheinbaren Aufkündigung internationaler Zusammenarbeit ist also das letzte Wort noch nicht gesprochen.

 

Ölpreis findet zunehmende Beachtung
Wenn in der kommenden Woche das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal veröffentlicht wird, dürfte es lange Gesichter geben: Statt des noch bis vor kurzem erwarteten Wachstums von 0,6 Prozent im Vorquartalsvergleich dürfte gerade einmal die Hälfte herauskommen. Vieles deutet allerdings auf eine temporäre Schwäche hin. So berichten die Unternehmen von starken Engpässen bei Material, Maschinen und Personal – bei gleichzeitig sehr hoher Nachfrage. Weiterhin im Fokus steht auch der Ölpreis: Aufgrund der politischen Unsicherheit waren die Preise gestiegen, aber noch befinden sie sich in einem konjunkturell verkraftbaren Bereich.

Dr. Ulrich Kater

Chefvolkswirt Deka Bank


Veröffentlicht am 12. Mai 2018

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